Phase One IQ260 World Tour 2013 in Hamburg

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Am Wochenende war ich in Hamburg zu Gast bei der Phase One World Tour 2013Lars Franzen ein befreundeter Fotograf aus Hamburg gab mir den Hinweis, dass man sich nach einer kostenlosen Registrierung für das Event anmelden konnte. Ich sah das Ganze als eine Art kostenlose Fortbildung mit der Möglichkeit vor Ort mit geschultem Personal von Profoto und Phase One ins Gespräch zu kommen.

Die Veranstaltung war von 16:00 – 21:00 Uhr terminiert. Als Veranstaltungsort waren die Lichtwerk Studios in Hamburg Altona ausgewählt. Um die Veranstaltung nicht zu trocken und techniklastig zu gestalten, wurden die beiden Fotografen Deniz Saylan und Jörg Kyas eingeladen, die jeweils einen kleinen Vortrag hielten.

Beginn der Veranstaltung

Exakt um 16:30 Uhr der Vortrag von Deniz Saylan los. Anfangs merkte man ihm die Nervosität an und ich befürchtet, dass es sehr lange 45min würden. Doch glücklicherweise verbesserte sich der Vortrag deutlich, als er anfing über seine Bilder und die dazugehörigen Geschichten zu erzählen.

Durch den doch recht kleinen Kreis an Zuhörern – wir waren so ca. 50 Personen – plauderte er immer mehr aus dem Nähkästchen. Obwohl es eine reine Diashow war, war sein Vortrag sehr inspirierend und vor allem motivierend! Auch Fragen aus dem Publikum wurden brav und ehrlich beantwortet. Die Zeit verging dabei wie im Fluge.

Also der erste Vortrag hat sich schon mal gelohnt!

Profotopräsentation

phase-one-profoto-world-tour-2013-hamburg-event-impressionen-2Die anschließende Präsentation von Profoto hatte es schwer, nach so tollen und außergewöhnlichen Bildern des Vorredners. Leider wurde nur mit Hilfe einer einfachen Powerpointpräsentation referiert. Dabei ging es um die Firmengeschichte bis hin zum neuen Profoto B4 Generator. Leider wurde kein einziges Produkt  auf der Bühne vorgestellt…es wurden nur die nackten Zahlen aus den bekannten Werbeprospekten aufgezählt.

Danach gab es ein Catering mit einer wirklich sehr großen Auswahl an leckeren Speisen und Getränken!

phase-one-profoto-world-tour-2013-hamburg-event-impressionen-4In der Pause konnte man sämtliche Produkte aus dem Hause Phase One & Profoto auf Herz und Nieren testen. Neben den neuen Digibacks IQ2 stand vor allem die komplett überarbeitet RAW Konverter Software Capture One in der 7. Version im Fokus. So eine Mittelformatkamera ist Live immer wieder ein Erlebnis!

Auf dieser Übersichtseite wird sehr anschaulich dargestellt, wie sich die einzelnen Digibacks voneinander unterscheiden. Die IQ260 Rückteile, mit wahnsinnigen 60 Megapixel, lagen zum ausprobieren aus. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit fällt einem das immense Gewicht der Kameras fast gar nicht mehr auf. Das anschließende Sichten der Fotos ist natürlich eine schöne Herausforderung für jeden Rechner, denn ein RAW-Bild ist mal eben schnell 80 MB groß!

Phase One IQ260 angeschaut

Die Details, die sich noch in dem Foto finden, sind natürlich enorm und über jeden Zweifel erhaben. Was mich bei den neue IQ2 besonders überrascht hat, ist dass man sie auch noch bei höheren ISO Empfindlichkeiten, jenseits der Basis-ISO von 50 sehr gut verwenden kann. Das Rauschen hält sich bis ISO 800 absolut in Grenzen wie bei einer modernen DSLR. Das war bei früheren Modellen noch ein großes Manko der Megapixelboliden.

Außerdem wurde der rückseitig verbaute Monitor massiv verbessert. Der von vielen Fotografen als „Mäusekino“ verschriene Bildschirm ist nun durchaus in der Lage auch kritischen Betrachtungen standzuhalten. Eine Beurteilung der Fotos fand immer am Rechner statt, in den auch per Firewire oder USB-Kabel geschossen wurde. Der neue TFT soll nun auch eine Bildkontrolle ohne externen Monitor ermöglichen.

Neben den ganzen Neuerungen ist es für mich immer wieder überwältigend die Dynamik des Sensors zu sehen. Das RAW erscheint auf dem Bildschirm am Anfang nicht sonderlich spektakulär von der Auflösung mal abgesehen. Aber die enormen Reserven in den Lichtern und in den Tiefen sind das, was diese Kameras so teuer machen! Der Dynamikumfang liegt mal locker 2-3 Blendenstufen über eine modernen DSLR von Canikon. Egal was DxoMark oder andere Testplattformen behaupten: Wer einmal selbst ein Bild einer Mittelformatkamera bearbeitet hat weiß, wovon ich spreche. Außerdem werden ja nicht umsonst die meisten kommerziellen Großprojekte mit solchen Kameras realisiert. Ob einem diese paar Prozent mehr Dynamik den 10-fachen Preis wert sind ist natürlich eine andere Frage ;)

Sonstige Neuerungen

Die IQ2 Rückteile können jetzt eigenständig einen Wifi-Hotspot erstellen. Was hat das jetzt für einen Vorteil? Die Software Capture Pilot ermöglicht es zusammen mit Capture One die Fotos vom Digiback auf ein iPad zu streamen. Man kann also parallel fotografieren und die Fotos auf dem IPad ansehen und sogar bewerten. Selbst eine 100% Ansicht ist möglich um die Schärfe richtig zu beurteilen (Das Back rendert immer nur den Bereich, der gerade betrachtet wird, so wird die zu übertragene Datenmenge reduziert). Im anschließenden Vorort- Test war das ganze leider noch sehr instabil und noch nicht wirklich ausgereift. Gut, dasd es sich bisher nur um eine Beta Version handelt. Da bleibt noch genügend Zeit um die gröbsten Fehler auszumerzen. Eine Android Version ist bisher nicht erhältlich, soll bald auch erscheinen.

Man kann jetzt bis zu 60min Langzeitbelichtungen mit dem Rückteil fotografieren. Eine neue interne Rauschunterdrückung macht das jetzt möglich. Für Landschaftsfotogafen ist das sicherlich eine willkommene Zugabe. Kürzeste Verschlusszeit ist jetzt 1/10.000 sec. Das ist praktisch, um auch am Tage bei Offenblende zu fotografieren.

Präsentation von Phase One & Capture One

Nach der Pause ging es weiter mit der Präsentation von Phase One & Capture One. Es war schade, dass nur eine reine Zahlen und Powerpointpräsentation folgte…

Hier noch einmal in der Übersicht die Fakten der neuen Rückteile:

  • IQ280 mit 80MP; IQ260 mi 60MP; IQ260 Achromatic (reines S/W Back)
  • Vollformat 645 Sensor (ca 40x54mm); zum Vergleich DSLR Vollformat haben nur 24x36mm Sensoren
  • Dynamikumfang über 13 Blendenstufen bei 16-Bit Farbtiefe
  • Wifi HotSpot Möglichkeit, zur Nutzung des Ipads für die Bildkontrolle ohne Rechner
  • Belichtung von 1/10.000 sec bis 60min bei ISO 35-3200
  • 1/1600 sec Blitzsynchronisation (das wäre für mich der entscheidende Grund für eine PhaseOne Kamera)
  • Profoto-sync mit Batteriegriff
  • stabile Bauweise
  • ab Juni 2013 ab 29.990€ UVP

Liveshooting mit Jörg Kynas

phase-one-profoto-world-tour-2013-hamburg-event-impressionenLeider verschob sich die Veranstaltung immer weiter nach hinten, sodass das Liveshooting Jörg Kynas erst gegen 20:30 beginnen konnte. Auch hier gab es wieder technische Probleme mit der Capture One Software. Es war sehr schade, dass es bei dem Shooting fast nur um dieses neue Feature ging und alles andere ein wenig unterging. Die gemachten Fotos fand ich jetzt in Anbetracht der Tatsache, dass es ein Liveshooting war, gut. Auf Grund des immensen Equipments (2x Profoto B4 inkl. 3 ProHeads & einer Phase One IQ260) als Setting leider ein wenig enttäuschend…Wenigstens wurde nun nach fast 4 Stunden endlich fotografiert! Ich hatte schon befürchtet, dass obwohl es sich um eine Fotoveranstaltung handelte – niemand auf der Bühne fotografieren würde.

Fazit:

phase-one-profoto-world-tour-2013-hamburg-event-impressionen-3Die beiden Fotografen waren die Highlights der Veranstaltung. Leider haben es Phase One und Profoto trotz Materialschlacht nicht wirklich geschafft, mich von ihren Angeboten zu überzeugen. Phase Ones starke Fixierung auf die neue Capture Pilot Software, die leider noch sehr Buggy ist und nicht wirklich zuverlässig funktioniert, war der falsche Weg, um neue Kunden zu akquirieren. Ich fand es auch etwas befremdlich bei einer 30.000€ Kamera als Alleinstellungsmerkmal nur diese Software zu präsentieren.

Allein die extreme Dynamik, die Blitzsynchronisationszeit mit 1/1600sec, das Zusammenspiel mit Profoto Air, das tolle Rauschen bei hohen ISOs sind für mich viel interessanter und im Alltag auch relevanter als Capture Pilot. Profoto war leider auch enttäuschend, da zu wenig Profiequipment vor Ort und der Vortrag zu einfach und zu technisch war. Die Entschuldigung für das fehlende Equipment war, dass am Wochenende drei Fotomessen parallel in Deutschland stattfinden sollten und dort sich das Equipment befindet.

Positiv hervorheben möchte ich allerdings das jeweilige Personal vor Ort, sowohl von Phase One als auch von Profoto. Alle Fragen wurden fachmännisch beantwortet.

In Anbetracht dessen, dass die Veranstaltung nichts gekostet hat, war sie noch ganz interessant. Nächstes Mal sollten die Vortragenden aber für noch mehr Hintergrundinformationen sorgen und mehr fotografieren integrieren.

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